Die Schweiz hat keinen Meerzugang und trotzdem eine Badekultur, die viele Küstenländer beschämt. Das Land zählt rund 1500 Seen, mehr als 1800 Gletscher und den grössten Süsswasservorrat Mitteleuropas — sechs Prozent des europäischen Trinkwassers liegen hier.
Die grossen Seen
- Genfersee, mit 580 Quadratkilometern der grösste Alpensee. Nordufer mit den Lavaux-Terrassen und Schloss Chillon, Südufer schon Frankreich. Wassertemperatur im August um 22 Grad
- Vierwaldstättersee, der schönste, weil er in vier Arme zwischen die Berge greift. Historische Schaufelraddampfer verkehren im Linienbetrieb
- Lago Maggiore und Luganersee im Tessin: mediterran, mit Palmen und Wasser um 24 Grad im Sommer
- Bodensee im Nordosten, flach und warm, mit Rad- und Schiffsverbindungen nach Deutschland und Österreich
- Thuner- und Brienzersee im Berner Oberland; der Brienzersee ist von Gletschermilch türkis gefärbt und dadurch kalt
Bergseen, die sich lohnen
- Caumasee bei Flims, türkis, in einem Wald versteckt, mit Ruderbooten
- Oeschinensee über Kandersteg, Unesco-Gebiet, von Felswänden umschlossen
- Blausee im Kandertal, klein und so klar, dass der Grund sichtbar bleibt
- Riffelsee bei Zermatt — hier spiegelt sich das Matterhorn, am besten frühmorgens bei Windstille
- Lac de Moiry und Lac de Tseuzier im Wallis, Stauseen in Gletscherfarbe
- Silsersee und Silvaplanersee im Engadin, Reviere für Kite- und Windsurfer wegen des Malojawinds
Fluss- und Stadtbäder
Die Schweizer baden in ihren Städten im Fluss. In Bern lässt man sich die Aare hinuntertreiben und steigt an einem der Marchierstege aus; in Zürich gibt es das Flussbad Oberer Letten und die hölzernen Badis am See; in Basel schwimmt man mit einem wasserdichten Sack, dem Wickelfisch, den Rhein hinab. Alles gratis oder für wenige Franken — und alles mit Strömung, also nur mit Ortskenntnis und nie allein.
Gletscher und Hochgebirge
- Aletschgletscher, 23 Kilometer, der längste der Alpen, Unesco-Welterbe. Beste Sicht vom Eggishorn, von Riederalp oder Bettmeralp aus
- Morteratsch im Engadin, mit einem Lehrpfad, der den Rückgang des Eises Jahr für Jahr markiert — eindrücklicher als jede Statistik
- Rhonegletscher am Furkapass, mit einem in das Eis geschlagenen Tunnel
- Jungfraujoch auf 3454 Metern als bequemster Zugang zur Hochgebirgswelt
Schutzgebiete
- Schweizerischer Nationalpark in Graubünden, gegründet 1914 und damit der älteste der Alpen: 170 Quadratkilometer, in denen nichts bewirtschaftet wird. Steinböcke, Gämsen, Bartgeier; das Verlassen der Wege ist verboten
- Val Verzasca: smaragdgrünes Wasser über weiss geschliffenem Granit und die gewölbte Steinbrücke von Lavertezzo
- Creux du Van im Jura, ein Felskessel von 160 Metern Höhe mit Gämsen
- Aletschwald mit über tausendjährigen Arven
Wann und was man beachtet
- Baden: Juli und August. Die grossen Seen erreichen 22 bis 24 Grad, Bergseen bleiben unter 15
- Wandern: Juli bis September; höhere Wege liegen bis Ende Juni unter Schnee
- Gletscher: nie ohne Führung betreten. Spalten sind unter Schneebrücken unsichtbar
- Wanderwege sind gelb markiert, Bergwege weiss-rot-weiss und verlangen Trittsicherheit und feste Schuhe
- Das Wasser aus Brunnen ist trinkbar, ausser wenn kein Trinkwasser angeschrieben steht