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Schweizer Küche: was man wo isst

Redaktion · 18.06.2026

Die Schweizer Küche gibt es nicht im Singular. Das Land hat vier Sprachregionen, und jede kocht in Richtung ihres grossen Nachbarn: die Deutschschweiz deftig, die Romandie französisch, das Tessin italienisch, das Bündnerland alpin. Was alle teilen, sind Käse, Milch und die Kartoffel.

Die Klassiker

  • Fondue moitié-moitié — halb Gruyère, halb Vacherin, mit Weisswein und Kirsch. Wintergericht; im Sommer bieten es nur Touristenlokale an. Rechnen Sie mit 28 bis 40 Franken pro Person
  • Raclette — geschmolzener Käse über Kartoffeln, mit Essiggurken und Silberzwiebeln. Aus dem Wallis
  • Rösti — geriebene Kartoffeln in der Pfanne gebraten, ursprünglich ein Bauernfrühstück. Die Röstigraben genannte Sprachgrenze ist nach ihr benannt
  • Zürcher Geschnetzeltes — Kalbfleisch in Rahmsauce mit Rösti
  • Bündnerfleisch — luftgetrocknetes Rindfleisch aus Graubünden, hauchdünn geschnitten
  • Papet vaudois — Lauch und Kartoffeln mit Saucisse aux choux, das Nationalgericht der Waadt
  • Basler Läckerli, Zuger Kirschtorte und die Nusstorte aus dem Engadin als Süssspeisen

Käse, und zwar richtig

Die Schweiz produziert rund 450 Sorten. Die wichtigsten mit geschützter Herkunft: Gruyère (ohne Löcher, entgegen dem Klischee), Emmentaler (mit den Löchern), Appenzeller mit Kräutersulz gewaschen, Sbrinz als Hartkäse und der Tête de Moine, den man mit einer Girolle zu Rosetten schabt. Käsereien lassen sich besichtigen — Gruyères und Emmental haben Schaubetriebe mit Verkauf.

Schokolade

Hier wurde 1875 die Milchschokolade erfunden (Daniel Peter mit Henri Nestlés Milchpulver) und 1879 das Conchieren, das sie zart macht (Rodolphe Lindt). Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei etwa zehn Kilo im Jahr. Kaufen Sie in einer Confiserie, nicht am Flughafen.

Regionen in einem Satz

  • Deutschschweiz: Rösti, Würste, Geschnetzeltes, Bier
  • Romandie: Fondue, Papet, Filets de perche vom Genfersee, Wein aus dem Lavaux und dem Wallis
  • Tessin: Polenta, Risotto, Kastanien, Merlot — gegessen in einem Grotto, dem Steinhaus im Wald
  • Graubünden: Bündnerfleisch, Capuns, Pizzoccheri, Nusstorte

Wein, den kaum jemand kennt

Die Schweiz exportiert fast keinen Wein — rund 98 Prozent werden im Land getrunken. Deshalb ist er ausserhalb unbekannt. Probieren Sie Chasselas aus dem Lavaux, Petite Arvine und Cornalin aus dem Wallis und Merlot aus dem Tessin.

Was es kostet und wie man spart

  • Hauptgang im Restaurant: 25 bis 45 Franken. Fondue 28 bis 40
  • Das Mittagsmenü ist der Trick: 18 bis 25 Franken für Suppe oder Salat und Hauptgang, in denselben Lokalen, die abends das Doppelte verlangen
  • Bier 5 bis 8 Franken, Kaffee 4 bis 5, Mineralwasser 4 bis 6
  • Leitungswasser ist ausgezeichnet und in den Städten aus jedem Brunnen trinkbar, solange kein Schild kein Trinkwasser hängt
  • Migros und Coop haben günstige Selbstbedienungsrestaurants; Take-away vom Metzger oder Bäcker kostet 8 bis 15 Franken
  • Trinkgeld ist inbegriffen. Aufrunden genügt, mehr erwartet niemand

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