Die Schweiz ist leicht zu fotografieren und schwer gut zu fotografieren: die Kontraste im Hochgebirge sind extrem, die Täler liegen morgens im Schatten, während die Gipfel schon brennen, und im Mittelland liegt von Oktober bis Februar Hochnebel. Der Unterschied zwischen einem guten und einem mittelmässigen Bild ist hier fast immer die Tageszeit.
Matterhorn
- Riffelsee auf dem Weg vom Gornergrat abwärts: bei Windstille spiegelt sich der Gipfel vollständig. Nur frühmorgens, bevor der Talwind einsetzt
- Gornergrat auf 3089 Metern zum Sonnenaufgang, wenn die Ostflanke rot wird — die erste Bahn ist entscheidend
- Zermatter Kirchbrücke für das klassische Dorf-und-Berg-Bild, am besten zur blauen Stunde mit den Dorflichtern
Berner Oberland
- Lauterbrunnen im Talboden, mit dem Staubbachfall im Gegenlicht des Vormittags; die senkrechten Wände sind 300 Meter hoch
- Schynige Platte für den Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau am späten Nachmittag
- Mürren und der Weg nach Gimmelwald zum Sonnenuntergang, wenn die Wand gegenüber golden wird
- Oeschinensee über Kandersteg, mittags, wenn das Licht das Türkis wirklich zeigt
Graubünden und Engadin
- Kreisviadukt Brusio an der Berninalinie: der Zug schraubt sich in einer offenen Kehre abwärts. Der Standort ist von der Strasse aus in fünf Minuten erreichbar, die Fahrplanzeiten prüfen
- Morteratsch und Diavolezza für Gletscher im Morgenlicht
- Silsersee und Silvaplanersee im Oktober, wenn die Lärchen leuchten und der Malojawind die Kiter aufs Wasser bringt
- Caumasee bei Flims, am Vormittag, mit dem Türkis vor dem Wald
Städte und Kulturlandschaft
- Bern vom Rosengarten: die Aareschlaufe mit der Altstadt, am besten zur blauen Stunde
- Luzern, Kapellbrücke zum Sonnenaufgang, bevor die Gruppen kommen
- Lavaux über Rivaz: Weinterrassen, See und die Savoyer Alpen dahinter, im Abendlicht und besonders zur Lese im Oktober
- Chillon vom Ufer aus, am späten Nachmittag, wenn das Wasser den Bau spiegelt
- Stiftsbibliothek St. Gallen — fotografieren nur ohne Blitz und Stativ, und der Saal verlangt Filzpantoffeln
Wasser
- Rheinfall im Juni und Juli, wenn die Schneeschmelze 600 Kubikmeter pro Sekunde bringt; von der Schaffhauser Seite mit dem Schloss im Bild
- Ponte dei Salti in Lavertezzo, vor neun Uhr, sonst stehen Menschen im Bild
- Staubbach und die 72 Fälle von Lauterbrunnen im Frühling bei starkem Wasser
- Trümmelbachfälle, innen im Berg, mit Stativ und langer Belichtung — hier ist es dunkel und nass
Regeln und Technik
- Drohnen: in der Schweiz grundsätzlich erlaubt, aber nicht in Naturschutzgebieten, nicht über Menschenmengen, nicht im Nationalpark und nicht in den Kontrollzonen der Flughäfen. Einige Kantone haben eigene Verbote — vorher prüfen
- Bergwebcams vor der Fahrt ansehen. Bei Nebel zahlen Sie 240 Franken für eine graue Wand
- Der Kontrast zwischen Schnee und Fels sprengt jede Automatik: manuell belichten oder auf die Schneeflächen messen und korrigieren
- Im Mittelland liegt von Oktober bis Februar Hochnebel — dann fahren Sie hinauf, denn oberhalb von etwa 1200 Metern ist es sonnig und die Nebeldecke selbst ist das Motiv
- Fotografieren Sie in Dörfern keine Menschen ohne Zustimmung; in kleinen Alpgemeinden wird das bemerkt