Die Schweiz umfasst 41'285 Quadratkilometer — etwa die Fläche Niedersachsens — und hat 26 Kantone mit eigenen Gesetzen, Schulsystemen und Feiertagen. Die Distanzen täuschen hier zur guten Seite: Zürich–Genf sind knapp drei Stunden mit dem Zug, Basel–Lugano dreieinhalb. Man kann in einer Woche viel sehen.
Zugleich verläuft mitten durch das Land der Röstigraben, die deutsch-französische Sprachgrenze, und südlich des Gotthards ändert sich noch mehr als nur die Sprache.
Berner Oberland
Die Postkartenschweiz: Jungfrau, Eiger, Mönch, Grindelwald, Lauterbrunnen mit 72 Wasserfällen, das autofreie Mürren. Von Interlaken aus ist alles in einer Tagesfahrt erreichbar, und die Bahnen sind dicht getaktet. Beste Region für eine erste Reise und für alle, die eine Woche haben.
Wallis
Das trockenste und sonnigste Tal des Landes, mit den meisten Viertausendern: Matterhorn und Zermatt, Saas-Fee, der Aletschgletscher, dazu die Weinberge der Rhoneebene und die Thermalbäder von Leukerbad. Oberhalb spricht man deutsch, unterhalb französisch.
Graubünden
Der grösste und dünnst besiedelte Kanton, dreisprachig — deutsch, italienisch und romanisch, die vierte Landessprache mit rund 40'000 Sprechern. Hier liegen St. Moritz, das Engadin mit seinen Lärchenwäldern, der Schweizerische Nationalpark und die Unesco-Bahnstrecke der Rhätischen Bahn.
Tessin
Südlich des Gotthards: Palmen, Merlot, Polenta, Lugano und Locarno an den Seen, das Verzascatal mit türkisfarbenem Wasser über weissem Granit und die Kastanienwälder des Malcantone. Italienischsprachig und im Frühling sechs Wochen voraus.
Genferseeregion
Genf mit Uno und Rotem Kreuz, Lausanne mit dem Olympischen Museum, Montreux und Vevey am Ufer, das Welterbe der Lavaux-Weinterrassen und Schloss Chillon. Französischsprachig, städtisch, ganzjährig zugänglich.
Zentralschweiz
Luzern, der Vierwaldstättersee mit Schaufelraddampfern, Pilatus und Rigi, die Rütliwiese als Gründungsort der Eidgenossenschaft und der Gotthard als historische Nord-Süd-Achse. Zentral gelegen und gut als Basis.
Ostschweiz und Nordwesten
Der Rheinfall bei Schaffhausen, die Stiftsbibliothek St. Gallen als Welterbe, Appenzell mit seinen Bergen und Bräuchen, Basel mit vierzig Museen und der Fasnacht. Weniger besucht und deshalb ruhiger.
Routen, die funktionieren
- Eine Woche: Zürich, Luzern, Interlaken mit dem Berner Oberland, Bern. Alles per Bahn
- Zehn Tage: dazu Zermatt und der Glacier Express bis St. Moritz
- Zwei Wochen: Nord–Süd — Basel, Bern, Interlaken, Zermatt, Bernina Express, Engadin, Tessin, Luzern
- Städte allein: Zürich, Basel, Bern, Lausanne, Genf in einer Woche, ganzjährig möglich
- Abseits: Val Verzasca, Appenzell, Jura, Val de Bagnes, Schweizerischer Nationalpark
Wie man sich bewegt
- Die Bahn ist hier keine Notlösung, sondern die beste Option. Getaktet, pünktlich, in jedem Tal, und mit Anschluss an Postauto und Schiff
- Der Swiss Travel Pass lohnt ab vier Reisetagen; die Halbtax nur bei längerem Aufenthalt
- Ein Auto brauchen Sie nur für abgelegene Talschaften. Für die Autobahn ist die Vignette Pflicht, 40 Franken im Jahr
- Wählen Sie für zwei Wochen drei Regionen, nicht sechs. Das Land belohnt Tiefe mehr als Kilometer